Tom Flieger on tour

Der Weg ist das Ziel.

Iran

Nach einer Woche Pakistan reiste ich also von Karatschi (Karachi) über Dubai in den Iran. In zwei Wochen sollte mich meine Reise zunächst nach Isfahan (Esfahan) und Yazd, anschließend nach Schiras (Shiraz), Teheran (Tehran), Täbris (Tabriz) und Maschhad (Mashhad) führen.

Auch fliegerisch hatte ich volles Programm. Neben einem Motorschirm-Flug standen als neue Airlines auf dem Programm:

  • Iran Air (Airbus A300-600 und A320; EP-IBC und EP-IEG)
  • Kish Air (McDonnell Douglas MD-83; EP-LCO)
  • Iran Aseman Airlines (Fokker 100; EP-ATE)
  • Caspian Airlines (Boeing 737-400; EP-CAR)
  • ATA Airlines Iran (Embraer 145; F-HELA)
  • Iran Airtour (McDonnell Douglas MD-83; EP-MDF)
  • Mahan Air (Airbus A300-600, A310-300 und Boeing 747-300; EP-MNK, EP-MMN und EP-MND).

Der iranische Visa-Antrag war etwas umständlich. Beispielsweise musste das Passfoto bei der elektronischen Beantragung pixelgenau in Höhe und Breite skaliert werden. Auch den Zweitbesuch in der Botschaft zur Abholung des Reisepasses samt Visum empfand ich als umständlich. Das haben andere Länder mit postalischer Zustellung besser gelöst. Abgesehen davon verlief aber alles problemlos.

Grundsätzlich besteht auch die Möglichkeit, das Visum bei Ankunft am Flughafen zu erhalten. Hier muss dann aber wohl einige Zeit eingeplant werden. Aufgrund der Nähe meiner Einreise zum iranischen Neujahrsfest Nouruz ging ich auf Nummer sicher und holte mir das Visum vorab.

In Dubai angekommen war der Transferschalter (zumindest für Iran Air) noch geschlossen. An den Schnarchnasen vorbei begab ich mich somit erstmal zur Ahlan First Class Lounge, zu der ich dank meiner Diners Club Karte Zutritt hatte. Dort lässt es sich durchaus angenehm verweilen.

Einige Zeit später konnte ich dann endlich einchecken und meinen Boardingpass abholen. Da ich nun wiederum noch Zeit bis zum Abflug hatte und ich mir ziemlich sicher war, dass man mich nicht nochmal in die Ahlan First Class Lounge reingelassen hätte (wegen Zweitbesuch, nicht wegen schlechtem Benehmen), verweilte ich nunmehr eben in der Ahlan Business Class Lounge. Es gibt etwas weniger Auswahl, bequem warten klappte trotzdem.

Irgendwann war dann endlich Boardingzeit. Auf mich wartete Iran Air A320 EP-IEG als Flug IR 681 DXB-IFN; Flugzeit: knapp 2 Stunden.

 

Bei Sonne und ca. 30 Grad war ich nun also in Isfahan angekommen. Diese Temperatur sollte mich fast während meines gesamten Aufenthaltes im Iran begleiten. Die Beamtin am Einreiseschalter brauchte gefühlt ewig, um mein Visum im Computer zu finden und abzugleichen. Da ich das Aeroplan als einer der ersten verlassen hatte und entsprechend vorne in der Schlange stand, fanden das die Leute hinter mir bestimmt nur mäßig toll.

Irgendwann war dann aber auch das geschafft. Mangels Möglichkeit zum Geld wechseln (ausländische Kreditkarten funktionieren nämlich im Iran nicht, Geld kann man auch nicht abheben; die einzige Möglichkeit ist also, mitgebrachte Euro oder andere Währungen vor Ort zu wechseln, oder aber mit der mitgebrachten Währung zu zahlen) vereinbarte ich mit dem Taxifahrer also eine Zahlung in Euro. Unterwegs fing uns aber mein Gastgeber ab, übernahm die Zahlung in Iranischen Rial (bzw. Toman – besonders spannend, da 10 Rial 1 Toman entspricht, alle Preise i.d.R. in Toman genannt werden, auf den Scheinen jedoch Rial abgedruckt sind; man darf also andauernd im Kopf umrechnen, was bei 5-, 6- oder 7-stelligen Summen auch etwas gewöhnungsbedürftig ist) und ich wechselte zu ihm ins Auto. Was macht man auch sonst mitten auf der Autobahn. Mangels Sprachkenntnissen des Taxifahrers konnte ich ohnehin nicht um Aufklärung bitten, als mir meine Google Maps App (Offlinekarte) mitteilte, dass wir von der Soll-Route abwichen und in die falsche Richtung fuhren. Aber wer wird denn gleich misstrauisch sein… es hatte ja auch seinen Grund und ich bin heil angekommen.

Darauf wurde erstmal der Lieferdienst bemüht und etwas zu essen bestellt. Optisch gut, leider (wie fast alle Essen während meines Aufenthaltes) total unterwürzt.

Meine Unterkünfte hatte ich über Homestay gebucht. Das funktioniert ähnlich wie airbnb, nur dass die Vermittlungsgebühr direkt per Kreditkarte an den Betreiber, der Übernachtungspreis in bar an den Gastgeber bezahlt wird. Die Auswahl ist je nach Stadt teilweise übersichtlich, dennoch war es mir lieber als auf gut Glück per Mail oder sonstwie zu buchen, auch wenn das wahrscheinlich auch funktioniert hätte. Außerdem sind private Unterkünfte deutlich günstiger als Hotels.

Den restlichen Tag verbrachte ich damit, Geld zu wechseln (problemlos, ich erhielt sogar einen besseren Wechselkurs, als von mir vorab recherchiert) und eine lokale Simkarte für mein Smartphone zu organisieren. Ausländische Simkarten funktionieren im Iran nämlich oft auch nicht. Nachdem ich zunächst bei einigen Shops, die zwar Telefone aber keine Simkarten verkauften erfolglos blieb, hätte es dann fast geklappt. Allerdings nur fast, denn das Iran Cell Büro, bei dem ich mich hätte legitimieren müssen, war in Vorbereitung auf Nouruz wie viele andere Geschäfte bereits geschlossen. Kurzerhand bekam ich also eine Simkarte des Shopbetreibers, er aktivierte meinen gewünschten Tarif und ich hatte endlich wieder Datenempfang auf meinem Fon. Läuft.

Mit der iranischen Telefonnummer konnte ich auch endlich meine Snapp-App freischalten. Snapp ist das iranische Äquivalent zu Uber, mit dem man bequem über die App Privatfahrer bestellen kann. Das Fahrtziel und auch der Preis werden bereits über die App festgelegt. Der Fahrer weiß also bereits, wo es hingehen soll. Diskussionen über den Preis gibt es nicht. Vielmehr wird darauf bestanden, das korrekte Wechselgeld auszuhändigen. Außerdem ist es deutlich günstiger als eine Taxifahrt, bei der man zudem wohl auch den Preis hätte diskutieren müssen. Eine Zahlung ist bar oder mit iranischer Kreditkarte möglich. Snapp wurde von mir während meines Aufenthaltes im Iran rege und problemlos für fast alle Fahrten genutzt.

Am folgenden Tag hatte ich dann auch Zeit für Sightseeing. Da die Feierlichkeiten zum iranischen Neujahrsfest Nouruz über zwei Wochen gehen, hatten während meines gesamten Aufenthaltes viele Geschäfte geschlossen, dafür waren wohl auch weniger Menschen unterwegs als sonst.

Si-o-se Pol Brücke

Honar Basar

Hascht Behescht (Hasht Behesht) Palast

Große Moschee/ Schah-Moschee

Naqsch-e-Dschahan-Platz, „Platz des Imams“

Ali Qapu Palast

Tschehel Sotun (Chehel Sotun)

Etwas überrascht war ich dann doch, als mir Präsident Rouhani per SMS ein frohes neues Jahr wünschte (glaube ich zumindest). Aber da war ich wohl nicht der einzige Empfänger.

Der Basar war aufgrund des Feiertags nur mäßig belebt.

Imam Ali Platz – an diesem Tag ein Basar unter freiem Himmel.

Bäckerei

Isfahan verfügt auch über eine Metrolinie. Diese war aber aufgrund von Nouruz außer Betrieb.

Am Abend nahm mich mein Gastgeber samt Mutter dann mit zu einer Nouruz-Feier. Wie ich im Gespräch erfuhr, sei dies jedoch für Iraner eher unüblich. Typischerweise würde zuhause gefeiert. Entsprechend hielt sich die Gästezahl der offiziellen Veranstaltung auch in Grenzen. Von offizieller Seite war überhaupt niemand da.

Muttis Abendessen

Am kommenden Tag buchte ich meine Transfers zwischen den Städten, die ich zu besuchen beabsichtigte. Eine Onlinebuchung wäre schwierig gewesen, da ich ja selbst quasi nicht wusste, was ich wollte. Da es keine adäquate Flugverbindung von Isfahan nach Yazd gab, buchte mir mein Gastgeber ein Busticket. Für die Flüge meiner Weiterreise ab Yazd machte netterweise das Reisebüro extra für mich auf. Den Kontakt hatte ich durch meinen Gastgeber herstellen lassen. Das machte das eigenartige Erlebnis, dass ich mir während des Aufenthaltes ein Handtuch (wohl das einzige) mit ihm teilen musste, teilweise wieder wett. An solchen Sachen merkte man dann trotz eigener Wohnung meines Gastgebers doch recht deutlich, dass es Mutti war, die sich noch um Vieles kümmerte.

Die Suche nach passenden Verbindungen zog sich in die Länge. Welcher Spinner sucht sich die Verbindungen schon nach Flugzeugtyp aus? Nach einigen Mühen triumphierten beide Seiten und ich hatte meine gewünschten Flüge zu sehr akzeptablen Preisen.

Darauf erstmal ein Schawarma.

Durch das ausgetrocknete Flussbett des Zayandeh Rud laufend genoss ich die beleuchteten Brücken bei Nacht.

Am nächsten Morgen ging es mit dem Bus weiter nach Yazd.

 

Ein freies Snapp-Fahrzeug gab es nicht, also ließ ich mich direkt an der Bustür von einem Fahrer “abfangen”. Den üblichen Preis hatte ich bereits zuvor recherchiert. Der aufgerufene Preis war etwas teurer, aber akzeptabel. Also warum ewig weiter suchen. Zügig erreichte ich meine Unterkunft. Das Bett sah zwar bequem aus, war de facto aber ein hartes Brett mit einer dünnen Decke. Der Schlaf war dennoch ok, allerdings hätte ich dann auch gleich auf dem Boden schlafen können. Außerdem begann meine Gastgeberin bereits vor meiner Ankunft anstrengend zu werden. Andauernd wurde ich gefragt wo ich sei und ob alles ok sei. Mag fürsorglich gemeint gewesen sein, nervte aber.

Abendessen

Frühstück

Mit Snapp ging es in die Altstadt zum Zoroastrischen Feuertempel.

Uhrenturm am Markar Platz

Shahid Beheshti Park

Altstadt

Uhrenturm am Saat Platz

Sigari-Haus (traditionelles Gebäude)

Für den Abend hatte ich mir eine Tour in die Wüste organisiert. Insgesamt eine recht kommerzielle Veranstaltung, hat aber trotzdem Spaß gemacht.

Zunächst ging es mit dem Jeep eine Runde durch den Sand.

Wo ich schonmal hier war… ein Motorschirm-Flug.

Morgens hieß es wieder: Sightseeing (nach dem Frühstück).

Basar

Zentralmoschee

Manchmal findet sich auf den Fotos Überraschendes 🙂

Alexander’s Gefängnis

Türme des Schweigens

Falafelsandwich

Früh am Morgen machte ich mich auf den Weg zum Flughafen für meine Weiterreise nach Schiras (via Teheran). Offensichtlich zu früh, denn sogar das Licht im Terminal war noch aus.

Kish Air MD-83 EP-LCO als Flug Y9 7084 AZD-THR; Flugzeit: 1 Stunde.

Am Flughafen Teheran-Mehrabad wechselte ich das Terminal für meinen Weiterflug nach Schiras. Ich hätte übrigens auch gleich mit dem Bus von Yazd nach Schiras fahren können, aber wer will das schon. Metrolinie 4 verbindet die Terminals 1 und 2 mit den Terminals 3 und 4, wobei die Terminals 3 und 5 nur zur Haddsch (Hajj) verwendet werden. Terminal 6 ist fußläufig von Terminal 4 erreichbar.

Hot Dogs sind wohl nicht so das iranische Spezialgebiet…

Am Flughafen Mehrabad gibt es quasi ausschließlich Busgates. Es geht also bei Ankunft und Abflug mit dem Bus vom Flieger zum Terminal oder umgedreht.

Zwischenzeitlich hatte mir auch meine Gastgeberin aus Yazd nochmal per Whatsapp geschrieben, weil ich das Formular mit Passnummer, Visanummer und sonstigen Angaben nicht bzw. nur teilweise ausgefüllt hatte. Nach einigen Nachfragen, wofür denn diese sehr persönlichen Angaben benötigt würden und einigen unbefriedigenden Antworten (Tourismusbehörde) entschied ich, dass meine gemachten Angaben ausreichend waren. Dann war ich eben unhöflich, meine Gastgeberin sei dies laut eigener Aussage jedenfalls nicht.

Ha! Die Boeing 747-300 EP-MND von Mahan Air stand auch noch auf meiner Liste.

Aber erstmal: Iran Aseman Fokker 100 EP-ATE als Flug EP 3443 THR-SYZ; Flugzeit: 85 Minuten.

 

Auch in Schiras ging es wieder angenehm und günstig mit Snapp zu meiner Unterkunft. Die Fahrweise der iranischen Verkehrsteilnehmer ist bescheiden. Im Vergleich zu Pakistan jedoch fuhren sie fast schon vorsichtig. Also kein Grund für Besorgnis. Es folgte angenehmer Smalltalk mit meinem Gastgeber Mehdi. Auf mehr hatte ich an diesem Tag dann auch keine Lust mehr.

Frühstück

 

Morgens stand dann ein Ausflug nach Persepolis auf dem Programm, den mir mein Gastgeber organisiert hatte.

Dort sind die Ruinen der ehemaligen persischen Hauptstadt zu sehen. Ein beeindruckendes Gelände.

traditionelle Erfrischung

Nekropolis (Naqsch-e Rostam) mit vier Felsengräbern

Grab von Khwaju Kermani und Quran Tor

Ardekaniha Moschee

Ali Ibn Hamza Schrein

Grab von Hafiz

Bibliothek

Abendessen – Abguscht (Abgoosht) bzw. Dizi. Lecker! Wer danach nicht satt ist, dem ist auch nicht mehr zu helfen.

Allein der Duft des frisch gebackenen Brotes… herrlich.

Direkt neben der Bibliothek befindet sich eine kleine Kunstgalerie, die ihre Ausstellungsstücke auch zum Verkauf anbietet.

unreife Mandeln – lecker

Und nochmal Brot. Sowas fehlt in Berlin in meinem Kiez.

Zitadelle des Karim Khan

Basar

Vikil Wasserspeicher (Kunstausstellung)

Abendessen

Nasir al-Mulk Moschee – bei morgendlichem Besuch bekommt man ein beeindruckendes Farbspiel zu Gesicht.

Mausoleum von Sayyed Alaeddin Hossein (Moschee)

Atiq Jame Moschee

Schah Tscheragh und Nov Moschee

Kaffeepause

Azadi Park

Essen

Abends besuchte ich mit meinem Gastgeber und Freundinnen ein Konzert.

Morgens reiste ich weiter nach Teheran.

Caspian Airlines B737-400 EP-CAR als Flug RV 39 SYZ-THR; Flugzeit: knapp 80 Minuten.

 

Teheran war mit ca. 20 Grad kühler als meine bisherigen Destinationen – sehr angenehm.

Bei meiner Gastgeberin angekommen buchte ich mir erstmal online (mithilfe ihrer Kreditkarte und der Sprachkenntnisse ihres Freundes) meine restlichen Flüge: einen Tagesausflug nach Täbris sowie zwei Roundtrips Teheran-Maschhad zum Flugmuster sammeln.

Abendessen

Frühstück

Niavaran Palast

Tabiat Brücke

Planetarium

Fernsehturm (Borj-e Milad)

Panorama von oben

Freiheitsturm (Azadi)

Am nächsten Morgen stand mein Tagesausflug nach Täbris an. Also hieß es mal wieder auf zum Flughafen Mehrabad. So langsam fühlte ich mich dort etwas wie auf einem der Berliner Flughäfen – eine Mischung aus Baumarkt und Zuhause.

Flughafenrundfahrt auf dem Weg zum Aeroplan

ATA Airlines (Iran) Embraer 145 F-HELA als Flug I3 5602 THR-TBZ; Flugzeit: 80 Minuten.

 

Täbris war morgens doch etwas frisch. Meine Kapuzenjacke lag in Teheran, also blieb mir nichts anderes übrig, als mich durch Bewegung (Sightseeing) aufzuwärmen.

Imam Khomeini Mosalla

Bogen von Täbris (Arg Alishah)

Saat Platz mit Städtischem Museum

Kabud Moschee

Blaue Moschee

Grabmal der Poeten (Maghbarato Shoara)

Basar

Der Ausflug hat sich gelohnt. Aber jetzt zurück nach Teheran.

Iran Airtour MD-83 EP-MDF als Flug IRB 937 TBZ-THR; Flugzeit: knapp 1 Stunde.

Am nächsten Tag besuchte ich das Luftfahrtmuseum/ Flugzeugparkplatz in der Nähe des Flughafens Mehrabad. Teilweise wurden sogar noch Sitze (wohl zur Verwendung in aktuellen Flugzeugen) ausgebaut. Insgesamt sind die Flieger aber schon recht “ausgeschlachtet̶