Tom Flieger on tour

Der Weg ist das Ziel.

Quer durch den Balkan

Zwei Wochen, sechs Länder – mit einer Rundreise quer durch den Balkan hatte ich mir einiges vorgenommen. Von Bosnien und Herzegowina sollte es nach Montenegro, Albanien, Mazedonien, Kosovo und Serbien gehen.

Wie inzwischen üblich hielt ich mein Gepäck übersichtlich. Los ging es auch diesmal vom Flughafen Berlin-Schönefeld SXF.

Zu diesem Zeitpunkt war der Flieger noch nicht einmal da. Dafür hatte ich einen freien Sitzplatz 🙂

Ryanair B737-800 EI-EMM führte den 70minütigen Flug FR 183 SXF-CGN durch (anscheinend war der Luftraum recht voll). Von Köln sollte es dann mit Wizz Air weitergehen. Bordservice: nix.

Lange kann es nicht mehr dauern, bis es am BER losgeht. Die Markierungen sind anscheinend jedenfalls fertig 🙂

Dem Flughafen Köln Bonn CGN stattete ich meinen Erstbesuch ab. Es lässt sich dort und in der Airport Business Lounge schon aushalten.

Wizz Air A320 HA-LPW flog mich als Flug W6 4300 CGN-TZL in 1:31 Stunden nach Tuzla. Platz war wie bei Wizz Air üblich knapp bemessen, die Flugzeit war aber überschaubar. Bordservice: nada. Immerhin war ich mit Profis unterwegs. Die Mutter neben mir packte während des Takeoffs erstmal eine Stulle für ihr nervendes Kleinkind aus 😀

 

Warteschlange vor der Einreisekontrolle.

Mangels öffentlichem Verkehrsangebot ging es mit dem Taxi zu meiner Unterkunft. Trotz Regen machte ich mich dann auch gleich bei angenehmen 20-25 Grad auf Erkundungstour, sollte es doch am nächsten Tag gleich nach Sarajewo weitergehen.

Wegen in fast allen während dieser Reise zu besuchenden Ländern vorherrschender Registrierungspflicht, hatte ich Hotels/ Hostels statt airbnb-Unterkünfte gewählt, da diese die Registrierung für die Gäste übernehmen und somit mehr Zeit für Wichtigeres bleibt.

Trg slobode mit Gradska fontana (Slobode-Platz)

Slana Banja (Gedenkpark)

Innenstadt

Inzwischen verlasse ich mich auf Reisen oft auf die Restaurantbewertungen bei Google – bisher äußerst zuverlässig und lecker.

Tuzla ist ein kleines, übersichtliches Städtchen. Für einen Kurzbesuch würde ich durchaus eine Reiseempfehlung aussprechen, mehrere Tage lassen sich in der Stadt selbst aber wohl nur schwerlich füllen.

Da ich mein Sightseeing-Programm bereits komplett am Vortag absolviert hatte, gab es auch für mich nicht viel mehr zu sehen. Frühzeitig machte ich mich daher auf zum Busbahnhof.

Franjevacki samostan svetog Petra i Pavla (Franziskanerkloster St. Peter und Paul)

Mein im Voraus gebuchter Bus nach Sarajevo sollte erst gegen Mittag fahren, daher buchte ich das nicht umbuchbare Ticket kurzerhand auf einen früheren Bus um. Läuft.

Über steile Hügel und Täler kämpfte sich der Bus in ca. 3 Stunden nach Sarajevo.

 

Der Busbahnhof liegt neben dem Hauptbahnhof. Von dort ging es bei angenehmen 25-30 Grad mit der Straßenbahn weiter.

Saborna Crkva Rodenja Presvete Bogodice (Mariä Geburt-Kathedrale)

Katedrala Srca Isusova (Kathedrale Herz Jesu mit Denkmal für Papst Johannes Paul II.)

Taslihan

Sebilj

Seher-Cehajina cuprija (Sehercehaja-Brücke)

Vijecnica (Rathaus)

Abendessen. Wieder ein Volltreffer.

Zuta tabija (Kaffee mit Aussicht auf der Gelben Bastion)

Bijela tabija (Weiße Festung)

Cevapcici

Vjecna vatra (Ewige Flamme)

Sarajevo Meeting of Cultures

Überrascht hat mich in Bosnien und Herzegowina die trotz eigener Währung große Affinität zum Euro. Oft wurde dieser anstatt der Konvertiblen Mark (BIH, 1:1 zur alten Deutschen Mark bzw. 1,95583 zum Euro) gewünscht, wohingegen Automaten ohne Betreiberentgelt Mangelware waren. Auch Kreditkartenakzeptanz war eher rar.

Sarajevo ist jedenfalls eine Reise wert, auch für mehrere Tage. Sehenswerte alte Architektur und Kultur bietet reichlich Auswahl für fußläufige Erkundungen. Die teilweise recht touristische Ausrichtung kann man größtenteils umgehen, wenn man das möchte.

Jetzt war es Zeit für meine Abreise. Mangels öffentlichen Verkehrsmitteln ging es wieder mit dem Taxi zum Flughafen.

Joa… immerhin waren die Sessel bequem.

Air Serbia ATR 72-500 YU-ALT als Flug JU 113 SJJ-BEG – Flugzeit: 53 Minuten. Im Bordservice gab es wahlweise einen Becher Wasser oder nichts.

Belgrad stand diesmal nicht auf meinem Reiseplan. Nach dieser Aussicht beim Anflug sollte ich bei passender Gelegenheit aber wohl nochmal etwas länger vorbei schauen.

Zugang verweigert. Zwar hatte ich eine gültige Statuskarte, da der bevorstehende Flug aber als Codeshare von Montenegro Airlines durchgeführt wurde, durfte ich nicht in die Air Serbia Premium Lounge. Der schwarzhaarige Loungedrachen schickte mich mit Augenzwinkern einmal quer durchs Terminal, bis die Supervisorin nicht mehr am Tresen war und ließ mich anschließend doch rein. Das muss wohl an meiner bekannt liebenswürdigen Art gelegen haben 🙂

Montenegro Airlines Embraer 195 4O-AOB als Flug YM 103 BEG-TGD – Flugzeig: 35 Minuten. Im Service gab es eine Getränkeauswahl.

Der Landeanflug auf Podgorica bot einen phantastischen Ausblick.

 

Auch in Podgorica gibt es keine öffentliche Verkehrsanbindung – zumindest nicht offiziell. In einiger Entfernung zum Flughafen soll es eine Bahnstation geben, deren Existenz aber wohl gerne abgestritten wird. Meinen Transfer hatte ich mir bereits von meiner Unterkunft organisieren lassen. Direkt neben dem Busbahnhof gelegen konnte quasi nichts mehr schiefgehen.

Abendessen.

Auch Podgorica lässt sich ohne Probleme fußläufig erkunden, wenn auch bei 35-40 Grad recht schweißtreibend.

Stara Varos (Altstadt)

Alte Brücke über den Ribnica am Zufluss zum Moraca

Ministarstvo Odbrane Crne Gore (Verteidigungsministerium)

Vladimir Vysotsky-Monument

Millenium-Brücke

Deutsche Botschaft

Stadion

Crkva Svetog Dorda (Kirche St. Georg)

Trg Republike (Platz der Republik)

Crnogorsko Narodno Pozoriste (Nationaltheater)

Auch Podgorica ist recht übersichtlich, sodass ich mir am nächsten Morgen ein Busticket nach Budva kaufte und dort den Tag verbrachte. Eine angenehme Brise machte die mit Podgorica vergleichbaren Temperaturen von 35-40 Grad recht erträglich.

 

Stari Grad (Altstadt mit Zitadelle)

Mittagessen

Auch wenn Budva recht touristisch und etwas überlaufen war, hat es mir gut gefallen. Ein schöner Ort, um etwas auszuspannen.

Cevapcici 2

Podgorica bietet ein sehenswertes Besichtigungs-Programm für ein, zwei Tage. Länger dürfte es dann schon wieder schwierig werden. Gefallen hat es mir trotzdem gut, nicht zuletzt auch als Ausgangspunkt für Ausflüge, z.B. nach Budva. Kulinarisch durchaus gut, hätte ich mir in diesem Punkt doch aber ein etwas individuelleres, landestypisches Angebot erhofft. Dieses ist doch recht international geprägt.

Montenegro hat den Euro als Währung, Kartenzahlung wird häufig akzeptiert. Aufgrund meiner bisherigen Erfahrung in Bosnien nutzte ich die Gelegenheit, um meine Euro-Bestände für die noch folgenden Länder aufzustocken. Am darauffolgenden Tag ging es dann in ca. 4 Stunden Fahrtzeit über Shkodra weiter nach Tirana.

 

Auf dem Weg zu meiner Unterkunft gab es schon erste sehenswerte Eindrücke am Skanderbeg-Platz. Auch hier brachten mich Temperaturen um 35-40 Grad schnell zum Schwitzen.

Muzeu Historik Kombetar (Historisches Nationalmuseum)

Teatri i Operas dhe Baletit (Kulturpalast mit Oper und Ballett)

Meczet Centralny w Tirane (Et’hem Bej-Moschee)

In meiner Unterkunft angekommen gab es Unstimmigkeiten. Das WLAN funktionierte auf keinem verfügbaren Zimmer, außerdem wurde trotz expliziter Angabe sämtlicher akzeptierter Kreditkarten im Buchungsportal vor Ort auf Barzahlung beharrt. Dass ich nicht mit Karte zahlen könne sei mein Pech. Ich könne mir ja eine andere Unterkunft suchen, wenn es mir nicht passte. Gesagt, getan. Schnell buchte ich online eine neue Unterkunft und machte mich auf den Weg. Weniger als eine halbe Stunde später überraschte ich die Rezeptionistin, denn sie wusste zu diesem Zeitpunkt noch von nichts. Die Mail mit der Buchungsbestätigung fand sie jedoch schnell und ich hatte kurz darauf ein ansprechendes Zimmer mit funktionierendem WLAN.

Enver-Hoxha-Museum, oder schlicht: “Die Pyramide”.

Das hochgepriesene Hotel-Restaurant begeisterte mich nur mäßig.

Ura e Tabakeve (osmanische Steinbogenbrücke)

Teatri Kombetar (Nationaltheater)

Bunkart 2

Regierungsgebäude

Katedralja Orthodhokse Ngjallja e Krishtit (Auferstehungskathedrale)

Galeria Kombetare e Arteve (Staatliche Kunstgalerie). Den Besucher erwartet eine sehr sehenswerte Kollektion mit sowjetischem Charme.

Kuvendi i Shqiperise (Albanisches Parlament)

So recht wollte es mir nicht gelingen, lokale Köstlichkeiten zu finden. Die von mir bei Google Maps ausgewählten Restaurants wollten sich nicht finden lassen, da das Kartenmaterial nur mäßig genau war. Meine selbst getroffene Wahl bot zwar leckeres Essen, unter “albanisch” stellte ich mir dennoch etwas anderes vor.

Varrezat e Deshmoreve (Märtyrer-Friedhof)

Albanische Hotdogs

Tirana bietet Erkundungspotential für einige Tage, ebenfalls auch fußläufig, wenn auch aufgrund der während meines Aufenthaltes großen Hitze recht schweißtreibend. Kulinarisch kam ich hier nicht wirklich auf meine Kosten. Verlass auf online verfügbare Karten ist nicht immer, dennoch hatte ich mich durchaus wohl gefühlt und spreche eine Reiseempfehlung aus.

Frühmorgens machte ich mich auf zum Busbahnhof. Der Skanderbeg-Platz erscheint dann nochmal in einem völlig anderen Flair.

Da ich etwas zu früh dran war, gab es ein zusätzliches Spektakel, als ich verfolgte wie ein entlaufenes Schaf unter großen Mühen wieder eingefangen wurde.

Über Pristina ging es nach Skopje. Die erste Etappe dauerte ca. 4 Stunden. Die Fahrweise des Busfahrers war allerdings grenzwertig. Die Straßen waren zwar gut ausgebaut, aber das halsbrecherische Tempo war durchaus ziemlich gewöhnungsbedürftig. Das Busticket hatte ich mir direkt bei meiner Ankunft am Busbahnhof gekauft. Auch hier war der Euro und nicht der Albanische Lek die bevorzugte Währung. Kartenzahlung wurde in Tirana nur teilweise akzeptiert.

An der Grenze zum Kosovo hieß es dann “alle raus”, das komplette Gepäck wurde einer Röntgenkontrolle unterzogen, wohl um illegale Waffen zu finden.

In Pristina angekommen war natürlich mein Anschlussbus nach Skopje weg. Nach einigem hin und her hatte ich dann aber die Nummer der Halteposition und Abfahrtszeit des nächsten Busses in Erfahrung gebracht. Ich kaufte mir ein paar Snacks und wurde vom Verkäufer auf deutsch angesprochen. Zunächst etwas irritierend, aber wir unterhielten uns dann noch ganz nett.

Anschließend sonnte ich mich etwas auf einer Bank (als ob es nicht schon heiß genug gewesen wäre). Der Busunternehmer, mit dem ich von Tirana nach Pristina gekommen war, sprach mich auch nochmal unerwartet an, während ich auf der Bank saß, drückte mir 5 Euro für das Ticket nach Skopje ob des verpassten ursprünglichen Busses in die Hand und verabschiedete sich. Somit war mein neues im Bus zu erwerbendes Ticket auch bezahlt 🙂 der Kosovo wurde mir immer sympathischer.

Klimaanlage gab es natürlich wieder nicht, die sportliche Fahrweise nahm ich auf der ca. 3stündigen Fahrt diesmal auch sportlicher.

 

So langsam wurde die Hitze lästig. Mein Entscheidung, den Weg vom Busbahnhof zu meiner Unterkunft bei 40 Grad fußläufig zu bestreiten, bezahlte ich mit gefühlt einigen Litern Schweiß.

Parkhaus

Stadtmuseum

In Skopje konnte ich mich wieder auf die Google-Karten und die Restaurant-Empfehlungen verlassen. Ohne diese hätte ich wohl nie einen Fuß in die lokale Kneipe gesetzt. Die lokale Wurstspezialität war den Besuch jedenfalls wert.

Katholische Kirche

VMRO-Platz

Innenstadt

Mutter Teresa-Gedenkhaus

Orthodoxe Kirche

Konzertsaal

Parlament

Gedenkpark – spätestens jetzt merkte man, dass fast die komplette Innenstadt erst in den letzten Jahren neu gestaltet wurde, wie auf den folgenden Fotos noch zu sehen ist. So schön alles auch anzusehen ist, teilweise hat man es wirklich etwas übertrieben. Auch die Einheimischen wehren sich derzeit gegen eine weitere Umgestaltung im gleichen Stil.

Triumphbogen

Makedonija-Platz – architektonischer Overkill.

Regierungsgebäude

Zollverwaltung

Festung

Mustafa Pasha-Moschee

Archäologisches Museum

Mutter Teresa-Platz

Oper

Altstadt mit Altem Basar

Stadion

Auch meine weitere Restaurantempfehlung war ein Volltreffer: Kalb in Gemüsesoße.

Skopje hat mich wirklich positiv überrascht. Auch wenn viele Gebäude und Monumente neu gebaut wurden, sind sie doch insbesondere auch im Kontrast zu alten Gebäuden, extrem sehenswert. Kulinarisch war Skopje ein Volltreffer, auch wenn Kartenzahlung nur selten möglich war. Einige Tage lassen sich in dieser weitläufigen, aber fußläufig problemlos erkundbaren Stadt ohne Weiteres füllen.

Am nächsten Tag stand ein organisierter Tagesausflug in den Kosovo auf dem Plan.

Mitten im Gebirge vor Prizren ging die Lichtmaschine des Autos kaputt. Nach Prizren schafften wir es gerade noch so, da es bergab ging. Dann fiel zunächst die Servolenkung, dann der Bremskraftverstärker, die komplette Elektronik und schließlich das komplette Auto aus.

Nun gut… das Auto wurde zur Reparatur gegeben und wir machten uns auf Erkundungstour.

 

Innenstadt

Sinan Pascha-Moschee

Orthodoxe Kirche

Das Auto war auf die Schnelle nicht zu reparieren. Wir organisierten uns also den offenbar letzten in Prizren verfügbaren Mietwagen und fuhren damit weiter nach Pristina.

Nato Denkmal

KFOR Militärstützpunkt

 

Bill Klinton Boulevard und Bill Clinton Monument – einer von beiden hat da wohl einen Fehler gemacht 🙂

Mutter Teresa-Kathedrale

Universität

Christ Erlöser-Kirche

Regierungsgebäude

Sheshi Skenderbu

Carshia-Moschee

Permendorja

Große Moschee

Theater

Newborn

Zurück zur Grenze. Natürlich zog erstmal ein heftiges Gewitter auf, wohlwissend, dass wir mit dem Mietwagen nicht über die Grenze durften und das Ganze fußläufig erledigen mussten.

An der Grenze regnete es zum Glück nur noch schwach, sodass wir nicht völlig durchnässt auf der mazedonischen Seite ankamen, wo wir von einem Fahrer abgeholt wurden.

Prizren ist ein schönes kleines Städtchen und hat mir sogar besser gefallen als Pristina. Wenn ich gewusst hätte, wie unkompliziert und ungefährlich alles ist, hätte ich mir wohl einfach ein Busticket nach Prizren gekauft, dort den Tag verbracht und wäre abends wieder zurück nach Skopje gefahren. Aber besser so, als wenn ich den Kosovo überhaupt nicht besucht hätte. Reiseempfehlung.

Am nächsten Morgen ging es dann auf meine letzte 3stündige Etappe nach Nis. Auch hier erwartete mich Hitze mit 40 Grad.

 

Wieder ein Volltreffer. Diesmal gab es Lamm.

Mediana-Ausgrabungsstätte

Totenkopf-Turm